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Buchrezension

Rezensionen von Sachbüchern sind ein bewährter Weg, philosophische Überlegungen in die breitere Öffentlichkeit zu bringen. Sie fassen die Grundgedanken des Textes nicht nur knapp und pointiert zusammen, sondern stellen sie auch ins Verhältnis zu Denk-Traditionen, ordnen sie in das aktuelle Diskussions-Umfeld sowie in den Zusammenhang andere Werke des Autors/der Autorin ein und beziehen eine wertende Position. Eine Rezension kann über Lob und Kritik hinausgehen und selbst Ideen fortspinnen oder weitere Verknüpfungen aufzeigen. Es ist darauf zu achten, dass der Text nicht einfach nacheinander einen darstellender und dann einen kritischen Teil hat, sondern dass beides schon früh möglichst elegant miteinander verwoben wird.

Tagungsbericht

Tagungsberichte erfordern Geschick dafür, in oft heterogenen Vorträgen einen gemeinsamen roten Faden zu finden, an dem entlang sich ein schlüssiger Text schreiben lässt. Hierbei ist es wichtig, dialektische Bewegungen im Programm aufzuspüren und klar herauszuarbeiten.

Feuilleton-Essay

Feuilleton-Redaktionen sehen von akademischen Philosoph:innen besonders gern Feuilleton-Essays. Hier ist bildreiches Formulieren (freilich ohne allzu viele Klischees) gefragt, hier gilt es eine große und vor allem originelle These anschaulich mit vielen Beispielen stark zu machen, hier zählt die große denkerische Geste. Natürlich dürfen Schlenker geschlagen und Sackgassen angedeutet werden. Es sollte aber eine klare Take-Home-Message geben, die sich in eine Debatte einbringt oder gar selbst eine beginnt.

Kommentar

Der journalistische Kommentar bezieht sich auf ein aktuelles Ereignis politischer, gesellschaftlicher oder wissenschaftlicher Art und ergänzt die Berichterstattung, indem er einordnet und wertet (darin muss er nicht so originell wie ein Essay sein, dafür muss er kürzer sein). Es gilt, pointiert eine Meinung zu vertreten, auch auf die Gefahr hin, dass man sie selbst womöglich ein paar Tage später schon nicht mehr vertritt – es soll ja aktuell sein. Akademische Philosoph:innen werden lieber etwas haltbarere Kommentare abgeben, in der Regel zu einem größeren Thema, für das es einen aktuellen Anlass als Aufhänger gibt. Aber auch für sie gilt: Hier darf und soll die eigene Haltung auch rhetorisch ausgespielt werden.

Glosse

Die Glosse ist ein Kommentar in lustig – oder ein leichtfüßiger Mini-Essay. Achten Sie darauf, nicht durchweg allzu subtilen Humor oder Ironie zu verwenden, damit es zu keinem Missverständnis kommt. Bauen Sie gegebenenfalls einen Gag oder eine Übertreibung ein, die niemand als solchen oder solche übersehen kann.

Kolumne

Die Kolumne ist ein regelmäßig erscheinender Text, meist von einer, manchmal von mehreren Personen im Wechsel geschrieben. Sie ist weniger an Aktualität gebunden, sondern widmet sich in der Regel einem umgrenzten Themenbereich, sodass die Folgen miteinander verbunden sind. Es gibt literarischere Kolumnen, bei denen es auf den spezifischen Stil und Ton ankommt, den jemand entwickelt hat. Philosophische Kolumnen sind hingegen sinnvollerweise durch eine jeweils spezifische Haltung charakterisiert, die den unterschiedlichen Einlassungen gemeinsam ist. Für dieses Genre braucht man einen langen Atem.

Bericht aus der Forschung

Ein Pitch für das Genre „Bericht aus der Forschung“ in Philosophie ist anspruchsvoll. Denn anders als in den Naturwissenschaften können wir ja nicht einfach konkrete Ergebnisse verkünden, die zeigen, dass ein Medikament hilft oder dass eine Weise gefunden wurde, einen bestimmten Gen-Defekt zu lokalisieren. Hier braucht es Mut und beherztes Vorangehen, um eine komplexe philosophische Debatte so herunter zu brechen, dass gerade genug Dialektik dabei ist, um einen Aha-Effekt bei den Lesenden hervorzurufen.

Interview

Beim Führen eines Interviews kommt es darauf an, ein längeres Gespräch, das immer wieder Abschweifungen und unfertige Formulierungen enthält, in einen Text zu verwandeln, der sowohl inhaltlich präzise wie dialogisch lebendig ist und möglichst einen gewissen Gesamtbogen hat, der sich vom Anfang bis zum Ende spannt. Eine gewissenhafte Vorbereitung mit Fragen, die diesen Gesamtbogen schon vor Augen hat, ist wichtig. Im Übrigen hilft natürlich Geistesgegenwärtigkeit im Moment, wenn das Gespräch doch eine andere Richtung nimmt als erwartet, um flexibel reagieren zu können. Das fertig aufgeschriebene Gespräch, das (im deutschsprachigen Journalismus) selten eine getreue Abbildung des tatsächlichen Gesprächs ist, weil nicht nur viel gekürzt, sondern auch umgestellt werden muss, wird (im deutschsprachigen Journalismus) oft zum Gegenlesen und gegebenenfalls Verändern der interviewten Person vorgelegt, bevor es veröffentlicht wird.

Porträt

Im Idealfall vereint das Porträt, das Person und Werk eng verbunden darstellt, einige der anderen Formate, ohne diese aneinanderzureihen, sondern indem aus diesen quasi ein neues Format höherer Stufe wird: Interview, Bericht aus der Forschung, Essay und Buchrezension – und die Reportage (die hier nicht vorkommt, weil man für dieses Format am wenigsten akademische Philosoph:innen braucht). Es sollten Eindrücke einer oder mehrerer realen Begegnungen darin vorkommen, die etwas Interessantes über die Person verdeutlichen oder illustrieren. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt, in dem sich journalistisches Ethos zeigen kann: wie stelle ich jemanden als interessante Persönlichkeit vor, ohne zu viel von ihrem Privatem preis zu geben?

Nachruf

Nachrufe berühmter Persönlichkeiten werden häufig vor ihrem Tod geschrieben. Wenn eine Person stirbt, soll man auf einen gut recherchierten, wohl überlegten, fein formulierten Text von einem Menschen zurückgreifen können, der die verstorbene Person kannte, schätzte und der es im Idealfall am Herzen liegt, etwas Bestimmtes von ihr der Nachwelt zu vermitteln. Deshalb scheuen Sie sich nicht, einer Redaktion einen Nachruf auf einen noch lebenden Philosophen oder einer noch lebende Philosophin Ihrer Wahl anzubieten (betagt freilich sollte die Person schon sein).

Essay in einem Magazin

In seltenen Fällen gibt ein Magazin (wie das ZEIT-Magazin ein paar Mal zum Beispiel Peter Bieri oder DAS MAGAZIN, das Schweizer Tageszeitungen beiliegt, in einem Sonderheft im Jahr 2019) die Möglichkeit, einen philosophischen Essay zu schreiben, der vielleicht das ist, woran die meisten zunächst denken: Ein Text von hinreichender Länge, in dem man einfach eine philosophische Frage stellen darf und einen Gedankengang dazu entwickeln kann. Unterschiede zu akademischen Texten bleiben freilich markant. Sie beginnen bei der Breite des Themenzuschnitts und enden bei der Art des Schreibens, die kein philosophisches Wissen voraussetzen und so anschaulich wie möglich sein sollte.

Kommentar

Der philosophische Kommentar greift ein aktuelles Thema von öffentlicher Relevanz auf und entwickelt ein kommentierendes, philosophisches Argument. Das Themenspektrum ist denkbar weit – Anlass kann ein politisches oder gesellschaftliches Ereignis sein, aber auch ein Tweet, eine bemerkenswerte diskursive Begriffsverwendung oder eine Beobachtung im öffentlichen Raum. Das Feld der Philosophie kann für das Anliegen des Kommentars in verschiedener Weise dienlich sein: ob der Kommentar sich auf einen spezifischen philosophischen Begriff stützt oder eine Idee, Methode oder einen Ansatz – ausschlaggebend ist, dass das entwickelte Argument aus der Disziplin schöpft, um den Gegenstand auf bislang wenig bedachte Weise zu erhellen. Der philosophische Kommentar ist ein kurzer, für das Sprechen geschriebener Text, der sich an eine breite Öffentlichkeit richtet. Das heißt, er verzichtet auf komplexe schriftsprachliche Satzkonstruktionen und ist anschaulich, allgemeinverständlich und stilistisch ansprechend formuliert.

Buchrezension

Die Rezension stellt ein Buch einer breiten Öffentlichkeit vor und kritisiert es zugleich – eine Besprechung hat also zwei Anliegen: Zum einen möchte sie die philosophische Publikation präsentieren, also Anliegen, Thesen und Vorgehen des Buchs vorstellen und es in einen weiteren Kontext einordnen – es etwa als Beitrag zu einer laufen Debatte oder als Weiterführung eines größeren Werkzusammenhangs der Autorin kenntlich machen. Zum anderen bewertet eine Rezension das Gelesene – wichtig sind hier Kriterien wie: Relevanz des Buches für die breite Öffentlichkeit, Überzeugungskraft und Originalität von Anliegen und Thesen, sowie Aufbau, Sprache und Stilistik. Das Gros der Rezensionen bespricht Neuerscheinungen; wenn sich die Besprechung jedoch als Beitrag zu einem bestimmten inhaltlichen Diskussionszusammenhang versteht, kann sie auch bereits erschienene Bücher in Erinnerung rufen. Eine Buchbesprechung legt einen Rezensionstext, der entweder eingelesen wird, oder aber als Leitfaden für ein Gespräch dient, das dann im Radioprogramm zwischen Moderator*in und Rezensent*in geführt wird.

Porträt/Nachruf

Die Formate Porträt und Nachruf stellen eine Philosophin, einen Philosophen vor oder würdigen sie, ihn. Das Format verschränkt dabei Einblicke in die Biographie der Person mit ihren wichtigen Leistungen für Philosophie und Öffentlichkeit. Das Porträt kann mit reportagigen Elementen arbeiten – die Person also treffen, sie bei einer vielsagenden Tätigkeit begleiten und die Töne entsprechend in Beziehung zu Leben und Werk setzen. Der Nachruf nutzt archivierte Töne der gewürdigten Person und arrangiert diese so, dass ein Panorama des Lebens und Werks entsteht. Für beide Formate können darüber hinaus auch Töne von anderen namhaften Kolleg*innen, Zeitgenoss*inne und Freund*innen integriert werden.

Das Gespräch

Das Gespräch ist der absolute Klassiker unter den Radio-Formaten. Es stellt gewisse Ansprüche an den geladenen Gast aus der akademischen Philosophie. Man muss sich überlegen, wie man das Publikum einer größeren Öffentlichkeit für das Thema einnehmen kann, welche Aspekte zentral, welche Beispiele hilfreich sind und welche Sprache verständlich und ansprechend ist. In der Regel präsentiert die Moderation in einem Vorgespräch einen Vorschlag für eine Gliederung und für konkreten Fragen, sodass man sich absprechen und vorbereiten kann.